Über uns

Schuhmuckl e.V. ist ein Freundeskreis um die Familien Schuhmacher in Deutschland. Initiiert wurde der Verein von Sabine und Stefan Schuhmacher. Die Gründung erfolgte im Jahr 2009. Nach Feststellung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Tuttlingen wurde der Verein im selben Jahr ins Amtsregister Spaichingen eingetragen.

In den Straßen von Cartagena. Daneben: die Familie Schuhmacher mit Dolmetscherin Maria Isabel Lara di Benedetti
In den Straßen von Cartagena. Daneben: die Familie Schuhmacher mit Dolmetscherin Maria Isabel Lara di Benedetti

Wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dass unser Verein von Anfang an durch eine solch große Zahl an Freunden, Mitgliedern, Partnern und Förderern unterstützt wird.

 

Der Verein Schuhmuckl e.V. hat es sich zum satzungsgemäßen Zweck und zur Aufgabe gemacht, bedürftigen Kindern und Jugendlichen in Kolumbien, insbesondere in und um die Städte Cartagena und Bogotá, zu helfen. Dies soll durch finanzielle, materielle und ideelle Unterstützung und Förderung verwirklicht werden, um Notlagen, wie z.B. Ernährungs-, Gesundheits-, und Wohnungsmisststände zu lindern, und um den Kindern und Jugendlichen eine den Lebensbedürfnissen entsprechende Erziehung, Betreuung und Ausbildung zukommen zu lassen. 

 

Realisiert wird unser Anliegen durch die Beschaffung von Mitteln anhand von Mitgliedsbeiträgen und Spenden, bzw. durch Veranstaltungen, und Vortrags- bzw. Werbemaßnahmen die dem geförderten Zweck dienen.

Der Verein

Der Vorstand von Schuhmuckl e. V. setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die ihre Aufgaben ehrenamtlich und unentgeltlich entsprechend der Satzung ausführen.

Vorstandsmitglieder sind seit der Mitgliederversammlung am 03.12.2013:

 

1. Vorsitzender:     Stefan Schuhmacher, Spaichingen

2. Vorsitzender:    Magnus Schuhmacher, Tübingen

Kassierer:               Sabine Schuhmacher, Spaichingen

Schriftführer:        Lea Schuhmacher, Spaichingen

Beisitzer:                Franz Schuhmacher, Spaichingen

Kassenprüfer:       Heiko Mägerle, Tuttlingen-Nendingen

Historie

(Warum und wie kam es zur Gründung von Schuhmuckl e. V.)

Nach einer vierjährigen Wartezeit bekamen Stefan und Sabine Schuhmacher mit ihrer Tochter Lea den lang ersehnten Bescheid mit einem möglichen Kindervorschlag aus ihrem Wunsch-Adoptionsland Kolumbien.

 

Sie bekamen Bilder und einen Bericht von Ricardo und haben sich ihm sofort nahe und verbunden gefühlt. Schnell war die Entscheidung für ihn gefallen. Nach ihrer Zusage wurden zügig alle entsprechenden bürokratischen Schritte in die Wege geleitet. Am 23. Januar 2009 startete ihre Reise nach Cartagena in Kolumbien, um Ricardo zu ihnen nach Spaichingen und nach Hause zu holen.

Am 26. Januar 2009 war es in Kolumbien dann schließlich so weit. Familie Schuhmacher fuhr ins "Centro de Bienestar Familiar". Dort konnten sie nach einigen Formalitäten endlich ihren Sohn und Bruder Ricardo José in die Arme schließen. Es war für alle ein sehr aufregender und bewegender Moment. Nach einer kurzen Angewöhnungszeit und nachdem sich Ricardos Pflegemama verabschiedet hatte, alle ganz fest gedrückt und gesegnet hat, durften Stefan, Sabine und Lea Ricardo gleich mit in ihr Hotel nehmen. Sie haben sich sehr schnell aneinander gewöhnt. Ricardo war und ist von Anfang an ein wunderbarer und wertvoller Teil der ganzen Familie.

Nun folgte ein langwieriger und zermürbender 5-wöchiger Prozess, bis dann auch rechtlich sichergestellt war, dass Ricardo der Sohn von Familie Schuhmacher ist. Diese Wartezeit haben alle zusammen genutzt, um zusammen mit ihrer Übersetzerin Maria Isabel Lara di Benedetti viel von der Stadt Cartagena und deren Umfeld kennen zu lernen.

Kontraste in Cartagena
Kontraste in Cartagena

Bei ihren Rundreisen sind ihnen schnell die großen Gegensätze in Cartagena aufgefallen. Aufgrund eines wunderbar restaurieren kolonialen Stadtkerns ist Cartagena wohl eine der schönsten Städte Kolumbiens und zu Recht UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt auch sehr wohlhabende und moderne Viertel, in denen es an nichts zu fehlen scheint. Aber auf der anderen Seite wurde auch schnell klar, dass Cartagena von zahlreichen Armenvierteln umgeben ist, in denen die Not und das Elend sehr groß sind. 

 

Immer wieder war es  auch möglich, zusammen mit Nelson, dem Organisator der Tafelorganisation der Erzdiözese Cartagena und Übersetzerin Maria Isabel Lara die Benedetti, mehrere dieser Armenviertel zu besuchen. Direkt vor Ort konnte ein detailliertes Bild über die Lebensumstände der Menschen, vor allem der Kinder, gewonnen werden.

 

Durch diese bewegenden, vor allem aber erschütternden Erfahrungen ist Stefan mit seiner Frau Sabine schon vor Ort sehr schnell zu der Feststellung gekommen, dass unzählige Kinder dringend Hilfe benötigen. Es fehlt im wahrsten Sinne des Wortes an allem. Also haben sie bereits in Kolumbien den Entschluss gefasst, von Deutschland aus etwas zu unternehmen, damit so viele Kinder und Jugendliche aus Cartagena wie möglich zu Essen bekommen, sozial betreut und auf verschiedene Arten unterstützt und gefördert werden.

 

Zurück in Deutschland hat Stefan dann zeitnah mit seinem Bruder Magnus das Projekt "Verein für kolumbianische Kinder" in Angriff genommen. Schon nach kurzem war klar, dass als Namen für unseren Verein nur "Schuhmuckl", ein gängiger Spitznamen für die Brüder Schuhmacher, in Frage kommt. Auch inhaltlich und bezüglich dem Schwerpunkt auf die Region von Cartagena in Kolumbien wurde schnell Einigung erzielt und es konnte mit den organisatorischen Notwendigkeiten begonnen werden.

 

Stefan Schuhmacher übernahm ab Gründung den ersten Vorsitz. Magnus Schuhmacher wurde zweiter Vorsitzender und schnell wurden mit Sabine Schuhmacher als Kassiererin, mit Karen Ziefle als Schriftführerin und Franz Schuhmacher als Beisitzer die fünf vorgesehenen Vorstandsposten gefunden. Nach Satzungserstellung und Erfüllung der rechtlichen Anforderungen zur Gründung eines Vereins konnte am 29.09.2009 die Gründungsversammlung für den Verein "Schuhmuckl e. V. - Freundeskreis der Familien Schuhmacher und Benedetti zur Förderung bedürftiger kolumbianischer Kinder und Jugendlicher" stattfinden. Nach Feststellung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Tuttlingen wurde unser Verein noch im selben Jahr ins Amtsregister Spaichingen eingetragen.

 

Seit dem stehen wir von Schuhmuckl e. V. dafür ein, dass wir den Kindern in Kolumbien eine Hoffnung und einen Blick in eine positive Zukunft abseits der Wellblechhütten und Slums bieten können!

Armenviertel und vornehme Hotelanlagen am Meer
Armenviertel und vornehme Hotelanlagen am Meer

Ein weiterer Beweggrund für die Gründung von Schuhmuckl e. V. ist, dass Familie Schuhmacher herausgefunden hat, dass Ricardo noch eine Familie (mindestens fünf Geschwister) im Großraum von Cartagena hat. Und auch wenn Ricardo längst in Spaichingen eine neue Heimat gefunden hat, möchten wir alle durch unsere Arbeit mit Schuhmuckl e. V. und einem stabilen Kontakt mit und einem Netzwerk in Kolumbien für ihn auch eine Brücke zu seinen Wurzeln und seiner Herkunft aufbauen und aufrechterhalten. 

Stadt und Land

Cartagena

Cartagena de Indias, eine der schönsten Städte in Südamerika, liegt an einer langen Bucht mit einem der herrlichsten Strände der Karibik.

 

Gegründet wurde Cartagena um 1533. Die Stadt war mit ihren mächtigen Mauern geschützt und über Jahrhunderte Haupthafen der Spanier im nördlichen Teil Südamerikas.

 

Nachdem Francis Drake 1585 die Stadt vorübergehend eroberte, wurde sie mit den gewaltigen Festungswerken versehen, die noch heute große Bewunderung erregen. In Cartagenas Hafen versammelten sich die berühmten Silberflotten Spaniens vor der Überfahrt in die Heimat.

Stadtmauer von Cartagena und typisch-karibischer Bus; Altstadtflair von Cartagena mit der Kathedrale im Hintergrund
Stadtmauer von Cartagena und typisch-karibischer Bus; Altstadtflair von Cartagena mit der Kathedrale im Hintergrund

Von hier aus startete Simon Bolivar, der erklärte Befreier Südamerikas, seine Eroberung von Caracas und hierher zog er sich zurück, als er scheiterte. Schließlich gelang die Befreiung von den Spaniern und so kann Cartagena am 11.11.2011 bereits "200 Jahre Unabhängigkeit" feiern.

 

Die einzigartige Charakteristik der Stadt macht Cartagena zu einer der schönsten kolonialen Städte des Kontinents. Dies hat zur Folge, daß Cartagena ein Besuchermagnet für viele in- und ausländische Touristen und Kreuzfahrtreisende geworden ist.

 

Seitdem die gesamte Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, wurden viele Gebäude restauriert.

Blick auf die Karibik mit der Altstadt im Hintergrund; Balkone und Pflanzen in der kolonialen Altstadt
Blick auf die Karibik mit der Altstadt im Hintergrund; Balkone und Pflanzen in der kolonialen Altstadt

Tagelang könnte man durch die malerischen Straßen, unter Blumen umrankten Terrassen, durch prächtige Parks und entlang der Festungsmauern schlendern. Musiker und Artisten beleben die Szene mit interessanten Darbietungen.

 

Vom Kloster Santa Cruz auf dem La Popa Hügel besteht ein wunderschöner Ausblick auf Cartagena und den modernen Hafenbereich, man sieht die Altstadt wie eine fantastische Riesenblume auf einer zerklüfteten Insel zwischen Lagune und Meer.

 

Neben der Altstadt von Cartagena gibt es z. B. im Stadtteil Boccagrande auch eine moderne, lebendige City mit schönen Stränden. Am Abend dominieren überall Live-Musik und Salsa. Restaurants laden zum Besuch ein und Discos locken mit internationalen Klängen.

 

Leider ist Cartagena nicht nur eine der schönsten, sondern auch eine der ärmsten Städte in Südamerika. Rund um den Hügel La Popa ranken sich viele Armenviertel, die sich ständig ins Landesinnere erweitern.

bogota

Bogota liegt im "Herzen" von Kolumbien auf ca. 2.600 m Höhe, inmitten einem fruchtbaren Plateau der Cordillera Oriental in den Anden.

 

Am Beispiel von Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, sieht man die Entwicklung, die derzeit in Kolumbien stattfindet. Sie zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten Südamerikas. Nach Jahrzehnten der Korruption, Gewalt und Mafiastrukturen im Drogensumpf atmet das Land zunehmend auf und die Menschen und Unternehmen investieren wieder und bauen mit an einem "neuen Kolumbien".

 

Im Zuge der Kolumbienreise von Stefan und Magnus Schuhmacher 2011, konnten sie auch diese faszinierende Stadt besser kennen lernen, die sich komplett von Cartagena unterscheidet.

Pasto/CHachagui

(San Juan de) Pasto ist die Hauptstadt der Provinz Narino im Südwesten Kolumbiens und liegt wie Bogota in den Anden, in den Ausläufern der östlichen Kordillere, die von Nordosten nach Südwesten verlaufen und bis zu 5000 m Höhe erreichen. Hier liegen auch teilweise immer noch aktive Vulkane wie z. B. der Vulkan Galeras, der zuletzt 2009 aktiv war.

 

Der Flughafen und die Stadt Chachagui auf dem Weg nach Pasto liegen an der legendären Panamericana, der "Schnellstraße", die - mit wenigen Lücken - sich von Nordamerika (Alaska) durch Mittel- und Südamerika bis nach Feuerland erstreckt.

Ansatzpunkte

Kolumbien ist ein sehr vielfältiges und vielseitiges Land. Aufgrund seiner geografischen Besonderheiten vom Küstentiefland am Pazifik oder an der Karibik bis zu den Anden mit Bergen bis zu 5.500 m. Höhe, gibt es in Kolumbien auch viele verschiedene Klimazonen. Von karibisch-tropisch bis zu alpinem Klima in den Anden.

Riesige Regenwälder bedecken mehr als die Hälfte der Fläche von Kolumbien. Diese Regenwälder bieten einen fantastischen Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Man findet in Kolumbien über 3000 verschiedene Tierarten, alles in allem eine überwältigende und beeindruckende Fülle an Flora und Fauna.

 

Kolumbien besitzt große Bodenschätze und Rohstoffvorkommen. Neben Kohle, Nickel, Erdöl und Erdgas werden auch noch viele weitere Rohstoffe gewonnen. Das Land ist der führende Goldproduzent in Südamerika. Kolumbien verfügt über die größten Platinvorkommen der Welt und ist weltweit der größte Exporteur von Smaragden.

Obwohl Kolumbien ein sehr reiches und wohlhabendes Land ist, leben hier sehr viele Menschen in großer Armut. Laut Statistiken leben allein ca. 6,5 Mio. Kinder in Armut. Viele Kinder besuchen nicht oder nicht regelmäßig eine Schule. Das hat verschiedene Gründe. Da z. B. 7 % der kolumbianischen Bevölkerung in so genannter "absoluter Armut" leben, d. h. sie haben ein tägliches Einkommen von unter einem US-Dollar, müssen die Kinder mithelfen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Dies tun sie z. B. als Straßenkünstler (s. u.) oder als Schuhputzer, Straßenhändler, ...

Wir von Schuhmuckl e. V. setzen hier, bei der Kinderarmut an. Wir versuchen, das Los dieser Kinder nachhaltig zu verbessern um, mit unseren Partnern zusammen, sie in eine gute Zukunft zu führen.

Die Kinder, die wir derzeit unterstützen leben hauptsächlich in den Slums von Cartagena und den Barrios von Bogotá. In den Slums ist das Leben geprägt von Armut und Begrenztheit. Ein Slum, den wir besucht haben, liegt z. B: direkt unter Hochspannungsleitungen, was vor allem in der Regenzeit durch Spannungsübersprüngen immer wieder tödliche Folgen hat. 

 

Weitere Probleme sind Müll oder unter anderem auch die wilden Tiere, die Krankheiten wie z. B. Flöhe und Läuse auf die Kinder übertragen. In den Slums gibt es kaum Spiel- oder Sportmöglichkeiten. Spiel- oder Sportplätze, bzw. Sportvereine sucht man auch vergeblich. In Wellblechhütten oder Holzbehausungen wohnen die Kinder mit ihren Geschwistern und, in der Regel, mit der Mutter oder einem anderen weiblichen Familienmitglied. 

Der Boden der Hütten besteht in der Regel aus Lehm und Steinen. Dies und die undichten Wände und Dächer führen vor allem in der Regenzeit zu sehr großen Problemen. Das Wasser läuft an den Wänden entlang oder einfach durch das Haus.

In den Hütten leben die Familien normalerweise sehr bescheiden. Die Familie teilt sich in der Regel ein Bett. Gekocht wird, wenn Geld für Nahrungsmittel vorhanden ist, i. d. R. im Freien und auf Holz. Toiletten, Bad und "Waschküche" sind meistens kombiniert und werden von Regenwasser gespeist, das aufgefangen und gesammelt wird. Immer wieder kommt vor allem in diesen "Nassbereichen" zu Schimmel- und Moosbildung. 

Trotz den bescheidenen und ärmlichen Lebensverhältnissen bei den Kindern zu Hause strahlen sie eine sehr große Lebensfreude und ansteckende Begeisterung für alles aus. Sie wissen, dass ihnen geholfen wird. Auch die Eltern, die an vielen Schulen auch mithelfen und eingebunden werden wissen, dass ihre Kinder eine Chance bekommen, die sie auf der einen Seite selber nie hatten, und auf der anderen Seite ihren eigenen Kindern selbst auch nie bieten könnten.

Mit vielen großartigen Partnern wie z. B. der "Fundacion para el desarollo de la ninez - Amor sin Fronteras" von Luz-Elena Jimenez in Cartagena, der Claretinergemeinschaft in Deutschland und Kolumbien oder dem Verein zur Förderung des Schulprojekts Cartagena e. V. aus Mutlangen, versuchen auch wir von Schuhmuckl e. V., das Leben für die Kinder in Cartagena besser zu machen. 

Hier setzen wir an!

 

Hier wollen wir etwas bewegen und positiv verändern!

 

Hier wollen wir verbessern, fördern und stärken!

 

Und "hier" können SIE Mitglied, Spender oder Förderer oder z. B. auch "Essenspate" werden.

Wir freuen uns auf Sie!